Allgemein

FRAGEN & deine Beziehung zu ihnen.

Deine Fragen

Freudig und neugierig Fragen stellen sollte doch natürlicher Teil unseres Lebens sein?! Doch irgendwie ist das gesellschaftliche Verhältnis dazu zwiespältig.

Wie ehrlich stellst du dir deine Fragen?
Schaust du wirklich hin oder filterst du bereits in deinem Kopf welche überhaupt aufpoppen dürfen?

Fragen & der mögliche Gegenwind

„Was ist denn das für eine blöde Frage.“

„Frag nicht immer so blöd!“

Lehrerin: „Bitte Kinder, stellts nur gscheite Fragen.“

Gestresste Mama zum Kind: „Für deine vielen Fragen hab ich jetzt keine Zeit“

„Was du immer für Fragen hast. Wo nimmst du diese Gedanken her?“

Negative Konnotationen..

Fragen stellen ist bei uns leider nicht nur positiv konnotiert. So hab ich es zumindest erlebt.

Wenn wir zu viele Fragen stellen werden wir als nervig empfunden:

„Musst du überall deine Nase rein stecken?“

„Du hast aber schon oft den Schlapfn offen!“,

„Sei halt einmal nicht so neugierig!“

Schnell sind „Fragensteller:innen“ auch mal besserwisserisch und – und das liegt vielen besonders schwer im Magen – triggern durch unsere vielen Fragen total schnell.

„Du machst dich ja auch immer nur wichtig mit deinen deppaten Fragen.“

„Immer alles besser wissen wollen. Die Frau Besserwisser.“

„Kannst du nichtmal wie ein normaler Mensch einfach was so stehen lassen ohne 7x nachzufragen?
Was geht denn mit dir ab?“

Wer viele Fragen stellt reißt womöglich Wunden auf. Wunden, über die sich Menschen versuchen 17 Schichten von Hansaplast, Pflasterl, Faschn und anderes Zeug drüberzukleben, damit sie sich ja nicht mehr damit beschäftigen müssen. Da passt es ihnen dann natürlich gar nicht, wenn jemand anderer neugierig, wissbegierig und einfach interessiert an der Welt ist.

Nur wer Fragen stellt lernt sich selbst & die Welt wirklich kennen

Lernen bedeutet Fragen stellen: Willst du also etwas über dich oder die Welt lernen wirklich kennen lernen,  so kommst du nicht drum herum.

„Und? Wie ist die Antwort?“
„Warum fragst denn mich so blöd, wenn du‘s selber nicht weißt?“

Lehrerin stellt Maxi eine Frage und wartet: „Also das haben wir aber schon durchgenommen, das müsstest du wissen. Hast schon wieder nicht aufgepasst, sondern nur aus dem Fenster geschaut?“

„Was heißt, „du weißt es nicht und schaust was für eine Antwort kommt“?! Dann google halt mal!“

 

Scheinbar wird es auch erwartet, dass wir IMMER eine Antwort auf alle Fragen parat haben. Sonst sind wir blöd, uninteressiert oder einfach zu faul, um nachzuschauen.

Aber was ist mit den Fragen, die so groß sind, dass es einfach nicht gleich eine Antwort gibt?

Wenn wir gelernt haben, dass wir immer sofort eine Antwort brauchen, kann es passieren, dass wir beginnen gewisse Fragen gar nicht erst zu stellen. Jene, die zu kompliziert sind, um sofort beantwortet zu werden, werden einfach in einem dunklen Eck vergraben.

Wunderbare Möglichkeiten

Denn oft liegt die Magic gerade bei Fragen, auf die wir nicht sofort eine Antwort parat haben.

Einige Fragen müssen wir nicht verbal an jemand anderen stellen, sie dürfen in unseren Gedanken bleiben. Auch unbeantwortet dienen sie als Kompass, geben uns innere Orientierung und ermöglichen es uns im Dschungel der schier unendlichen Entscheidungsmöglichkeiten zu navigieren, um wirklich das zu erleben, erreichen und erfahren, was wir möchten.

Oft sind das komplexe Fragen, für deren Beantwortung wir zuerst die Antwort auf 15 „Unterfragen“ brauchen.

Oder es sind jene, die noch in dir heranwachsen und -reifen & so auch deine Antwort noch nicht greifbar ist, weil sie sich noch entwickelt.

Manchmal sind wir JETZT auch einfach noch nicht bereit für die Antwort. Vielleicht weil der Kern der Frage zu schmerzhaft ist und wir jetzt noch nicht (er)tragen könnten dort vollkommen hinzusehen und hinzufühlen. Es ist aber auch möglich, dass wir spüren, dass die Antwort mega herausfordernde, vielleicht auch schmerzhafte Umbrüche bedeuten wird und dass die Zeit einfach noch nicht da ist, diese großen Schritte zu tun.

Zu fragen ist die natürliche Art des Lernens. Über Fragen springt die Neugier an und wir beginnen tiefer und tiefer in eine Materie einzusteigen. Darauf bin ich schonmal im Beitrag „Formen des Lernens | erzwungen vs. natürlich“ eingegangen. Wenn du also mehr lesen willst, wie du dir über Fragen Wissen „anlernen“ kannst, ist das dein Beitrag. Hüpf HIER gern rüber. 

Ready für Self-Experience Fragerunde?

Here you go:

Wie ehrlich stellst du dir deine Fragen?

Was würdest du sagen auf einer Skala von 1 bis 10?

1= ich schau überall weg & frag nichts

10 = ich schau überall mega offen hin & stelle jede noch so herausfordernde Frage

Welche Fragen stellst du dir überhaupt?

Nur die leichten Fragen, wie „Was will ich heute Mittag essen?“

Oder auch „schwerere“ à la „Was möchte ich am Ende meines Lebens hinterlassen haben?“

Wie oft nimmst du dir bewusst Zeit dir Fragen zu stellen?

Wenn bei dir Fragen aufpoppen, werden die so „im Vorbeigehen“ unbewusst beantwortet und weitergetan oder hältst du bewusst einen Moment inne, spürst rein und gibst dir eine Antwort oder siehst dass du da gerade noch keine Antwort hast?

Hast du vielleicht sogar irgendeine Form der täglichen Routine, bei der Fragen einen Platz haben?

Spürst du in dich hinein was deine Fragen sind?

Lässt du gedanklich mal alle Fragen zu oder schließt du von vorn herein welche aus?

Oder gibt es Fragen, die du lieber tief vergräbst, weil die wahre Antwort zu herausfordernd ist? (Weil das Hinsehen zu sehr schmerzt oder du vlt. merkst wenn du dir ehrlich antwortest stünde ein krasser Umbruch an, vor dem du dich aber noch zu sehr fürchtest. PS: No shame in that!)

Kommst du zum Kern deiner Frage?

Damit in Zusammenhang: Fragst du dich wirklich was der Kern deiner Frage ist oder bleibst du an der „leichter zu beantwortenden“ Oberfläche?

Nutzt du die Technik 3-5x weiter nachzufragen?

Welche Personen hinterfragst du überhaupt nicht oder extrem?

Gibt es Personen, denen du alles unreflektiert glaubst?

Bzw. im Gegenteil Personen bei denen du überkritisch bist und jedes Wort auf die Goldwaage legst?

Wie kommts?

Überträgt sich das auch auf Dritte Personen? zB du hinterfragst A nie, weil es dein Mentor ist. Person G ist A vom Charakter her sehr ähnlich, deswegen hinterfragst du die Aussagen von G auch nicht. Person B hingegen ist dir suspekt und du prüfst jedes Wort von ihr kritisch. Irgendwann läuft dir K über den Weg und die ist B wie aus dem Gesicht geschnitten, deshalb ist es klar, dass du auch bei K sehr kritisch bist.

Wie tust du dir mit Fragen, auf die du keine Antwort hast?

Und zuletzt die Königsfrage. In meinen Augen eine Frage, wo viel an gesellschaftlicher Prägung zusammenkommt und daher besonders schwierig sein kann.

 

Was wenn du einfach keine Antwort auf eine Frage von jemand anderem findest?

Wie ist es für dich wenn dich jemand etwas fragt und du ehrlicherweise nur antworten kannst: „Ich weiß es nicht. Keine Ahnung.“

Wie fühlt sich das an? Ok oder ist das mit Scham und Unsicherheit verbunden? Was triggert dich dabei?

Fühlst du dich unwissend oder blöd?
Beschämt, weil du in die mega peinliche Situation in der Schule zurückversetzt fühlst, wo die ganze Klasse, inkl. Lehrer:in, gelacht hat, weil du die Antwort auf die „eigentlich eh so leichte Frage“ nicht wusstest.
Vielleicht ist es auch das Gefühl unperfekt und nicht gut genug zu sein.

 

Wie fühlt es sich für dich an auf deine eigenen Fragen keine Antwort zu haben?

Wenn du dich zB fragst, was du mit deinem Leben wirklich, wirklich anstellen willst, was du unbedingt in die Welt bringen willst und was du am Ende deines Lebens erfahren oder hinterlassen willst. Wie ist das, wenn dann mal Stille und Leere da ist?

 

Wie fühlt es sich für dich folgender Satz an: “Weiß ich NOCH nicht.” Besser oder machts dir Druck?

 

Das spannende: Es gibt eine schier unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten was dein Trigger oder deine Glaubenssätze dahinter sind.

Aber allein ehrlich diese Frage zu stellen kann richtig erleichternd sein. Auch ohne, dass sofort eine Antwort da ist. Ohne, dass du was an der Situation veränderst. Ohne dass du deine Glaubenssätze transformiert hast oder what not. Alles coole Sagen, keine Frage. Aber einfach dir zu erlauben die Frage raus zu lassen ist so erleichternd.

Daher keine Scheu mal hinzusehen, auch wenn du dich für eine Änderung noch nicht bereit fühlst.

Wie ist dein Verhältnis zu Fragen?

Genau. Also was sagst du? Wie ist dein Verhältnis zu Fragen? Wie begleiten dich Fragen?

 

Hast du dir schonmal Gedanken gemacht wie “gutes Fragen stellen“ eigentlich geht? Welche Modelle aus dem Leben es gibt, um dir Fragen zielgerichtet zu stellen?

Wie du dir gute Fragen stellen kannst, um dich bei deinen Herausforderungen zu unterstützen?

Wie du Fragen in deinen Alltag integrieren könntest?

 

 

 

PS: No worries, wenn du sagst: „Ziemlich lausig. Ich frag nie was…“ Kein Problem: Zum Fragen stellen ist es ist nie zu spät. UND das kann du schnell voll reinkommen und so schnell so viel für dich aufdecken.

PPS: Titelfoto von Jana Hofmann alias @barefootandsincere. Hier geht’s zu ihrem Instagram bzw. Website.

You Might Also Like

No Comments

    Leave a Reply