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Niederschwellige Naturverbindung als Türöffner zu den Wundern der Natur

Naturverbindung – was bedeutet das überhaupt? Wer ist naturverbunden? Wie können wir unsere Naturverbindung gestalten? Niederschwellig, so dass sie immer auch im Stadt-Alltag präsent ist?

Was ist Naturverbindung und wer ist naturverbunden?

Was ist denn Naturverbindung überhaupt?

  • Einfach gerne draußen in der Natur sein? 
  • Oder muss man da schon etwas können und wie gut?
    • Survival Techniken beherrschen?
      Zum Beispiel Feuer machen oder einen Wasserfilter bauen. Immer vorbereitet sein und einen Mistsack dabei haben, um sich im Schnee einen „Schneeschlafsack“ machen zu können?
    • Kräuterkundig sein und die 253 gängigsten Kräuter in Mitteleuropa blind, taub und ohne riechen bestimmen können, sowie ein 25-minütiges Referat darüber halten können?
    • Jeden Vogel nur aus dem Augenwinkel und an einem ganz entfernten, kaum noch wahrnehmbaren Ruf erkennen?
    • Muss man einen Track finden und obwohl er 7 Tage alt ist, es 2 Mal geregnet hat und ein „normaler Mensch“ überhaupt nichts mehr sieht, bestimmen können? Muss man erkennen welches Tier, welchen Geschlechts, ob trächtig oder nicht, aus welcher Richtung, in welcher Gangart, wohin gegangen ist und was für eine Intention es hatte?
    • … die Liste könnte man ewig so weiterführen..
  • Oder muss man gar nichts tun und kann trotzdem naturverbunden sein?

Lange hab ich mich in meinem Strudel befunden und war der Meinung nur Nr. 2 ist richtig. Man muss super in allem sein & erst dann darf man sagen man ist naturverbunden. 

Dabei hatte ich mir lange gar keine Idee was „naturverbunden“ eigentlich für mich bedeutet..

Naturverbunden sein

Weil eigentlich bedeutet das ja nur, dass man in irgend einer Art und Weise den Ruf der Natur hört.

  • Sei es, dass man gerne raus geht. 
  • Dass ein Kind gerne draußen spielt und auf Bäume kraxelt
  • Man total gerne mit frischen Kräutern kocht. 
  • Auf einer Parkbank sitzt, die Sonnenstrahlen auf seiner Haut genießt und vlt. Tauben füttert.
  • Skifahren geht und ganz ergriffen über die tolle Aussicht auf die Berge ist.
  • Oder eben Naturkurse macht und Techniken lernt.
  • Barfuß durchs Leben läuft.
  • Im Wald schläft.
  • The next Bear Grylls oder Lynx Vilden werden will oder wird.

 

Trotzdem konnte ich diese Vielfalt an verschiedenen Möglichkeiten der Naturverbindung lange nicht sehen und war in Glaubenssätze gefangen, wie: „Ich bin nicht naturverbunden genug, weil.. ich bin viel zu/viel zu wenig/kann oder weiß zu wenig/hab noch nie/…“

Diese blöden Vergleiche

Ich hab mich, als ich „in die Naturszene“ gekommen bin, plötzlich mit Besitzern von Wildnisschulen, Pädagog*innen in Waldkindergärten, Forstwirt*innen, Wildnispädagog*innen, Survival-Leuten à la Bear Grylls oder eben Outdoor-Menschen wie Lynx Vilden verglichen.

Eh klar, dass das kleine Stadtmädchen Kathi da nicht mithalten konnte und kann.

Plötzlich war ich in einer Abwärtsspirale. Je mehr ich im Bereich Natur gemacht und dazugelernt habe, desto mehr ist mir aufgefallen was ich alles noch gar nicht oder schlecht genug kann. Ich hab begonnen mir immer wieder zu beweisen, wie furchtbar wenig naturverbunden ich doch bin und dass ich es sicher nie richtig sein kann. 

Irgendwann hab ich mir dann eingestanden, dass ich wirklich nicht so bin oder sein werde, wie die oben Genannten.

Und irgendwann ein wenig später, dass ich nie so werden, wie die oben Genannten. Und es ist gut so.
Weil ich will meine Naturverbindung so erleben wie’s für mich passt und nicht wie es jmd anderer macht und es für denjenigen passt.

Naturverbindung als Persönlichkeitsbildung

Aber weil Naturverbindung und sich mit der Natur und natürlichen Abläufen auseinandersetzen für mich auch ganz stark persönlichkeitsbildend ist, hat sich dann doch was bei meinen Glaubenssätzen getan.

Irgendwann hab ich mir dann eingestanden, dass ich wirklich nicht so bin oder sein werde, wie die oben genannten Personen, mit denen ich mich verglichen hab.

Und irgendwann ein wenig später durfte ich erkennen, dass ich nie so sein werde, wie diese Menschen. Und dass das gut so ist! 
Weil ich will meine Naturverbindung so erleben wie’s für mich passt und nicht wie es jmd anderer macht und es für denjenigen passt.

Es gibt ganz viele Wege naturverbunden zu sein und das zu leben. Und jede Art der Naturverbundenheit ist ok und gut wie sie ist!

Niederschwellige Naturverbindung

Meine Art der Naturverbindung ist halt niederschwellig. 

Aber was meine ich mit „niederschwellig“?

Einfach dass es keine großen Hürden gibt. Man muss nichts wissen, tun, können. Muss nicht in den Wald. Braucht keine Vorkenntnisse. Soll sich nicht gezwungen fühlen sich in ein Klischee hinein zu pressen.

Niederschwellig bedeutet für mich, dass ich nichts muss, sondern nur darf! Es gibt keine Hürden für die Naturverbindung. Sie ist immer und überall da!

  • Du musst nicht jeden Tag 15 Stunden draußen im Wald sein.
  • Musst nicht 70 Outdoor-Techniken können.
  • Musst nicht alles außer Natur blöd finden.

Dafür darf man in meiner Form der Naturverbindung ganz viel, vor allem sich an dem erfreuen was gerade da ist. Und die Natur ist immer da, wenn man seine Augen dafür öffnet:

  • Wenn du dich über die Sonne, den Wind oder den Regen freust, der zart deine Haut berührt und dich ganz verbunden mit den Elementen fühlst. 
  • Wenn du sportlich bist, gehst du vlt einfach lieber draußen laufen, als im Fitnessstudio aufs Laufband.
  • Vielleicht verwendest du Öko-Putzmittel, anstatt die Chemie-Keulen.
  • Du kannst dich freuen, dass du Schafgarbe und Girsch erkennst und bei dir ein paar Orte weißt, wo sie wachsen. 
  • Oder du schaust am Weg zum Auto mal runter und bewunderst das kleine Pflanzerl, dass sich seinen Weg sogar durch den Betonboden gebahnt hat.
  • Du bist dankbar, dass du „Natur-Dankbarkeits-Rituale“ ausüben kannst. Einen Geisterteller aufs Fensterbrett stellen, dankbar sein für die Bäume, die uns mit ihren Kronen Schatten spenden und dich besinnen auf den Reichtum der Mutter Natur.
  • Möglicherweise schaust du aber auch nur beim Fenster raus und siehst dir dabei die Bäume und Grünstreifen an.
  • Vielleicht erfreust du dich am Spiel der Jahreszeiten und den Mondphasen und all den Qualitäten, die die unterschiedlichen Abschnitte mit sich bringen.
  • Oder du sprichst mit deiner Zimmerpflanze.
  • Eventuell bist du schon total im Naturmentoring angekommen und beschäftigst dich mit den Perspektiven des Tricksters.
  • Und vlt magst du gar nichts von dem, sondern fühlst dich einfach verbunden. (Und ohne äußeren Reiz in der Verbindung zu sein ist ja für mich sowieso die höchste Stufe.)

All das ist irgendwie naturverbunden.

Und ist nicht jeder sowieso naturverbunden? Der Mensch gehört auch zur Natur.. Sind wir nicht vlt alleine durch unsere Existenz schon irgenwie naturverbunden?

Wie dem auch sei.. 

Alles ist ok. Jeder Weg ist gut. Kein Vergleichen und zweifeln mehr, sondern auf das schauen was da ist. Das ist meine niederschwellige Naturverbindung.

 

Wie ist das für dich?

Wer ist für dich naturverbunden?

Muss dieser jemand etwas können, tun, sein? Oder reicht bei dir auch die bloße Existenz?

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