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Die Leute sind Schweindln, die MA48 ein Hit

Mist: Die Leute sind Schweindln, die MA48 ein Hit

Aus gegebenen Anlass gibt’s jetzt den ersten Beitrag in der Kategorie Grantln. Ich bin eben eine echte Wienerin: Grantig sein, sich aufregen, umadum schreien – das sind meine (heimlichen) Leidenschaften.

Gestern war Nationalfeiertag. Die ÖsterreicherInnen mussten nicht arbeiten, das Wetter war sonnig und warm, die Menschen strömten nach Draußen um den Tag zu genießen. Hört sich eigentlich gut an, oder?! Ja, blöd nur, dass da auch viel Potential geschaffen wird, um sich aufzuregen…

Ich wohne in einer Gegend in die viele Menschen kommen, um sich zu amüsieren. Im Freudentaumel vergessen aber offensichtlich recht viele von ihnen ihre gute Kinderstube. Die Gehirnfunktion wir auf alles Spaßige eingeschränkt, gute Sitten braucht man beim lustigen Verweilen ja nicht.

So kommt es zustande, dass die Leute auch keinen Gedanken mehr an „Mist in den Mistkübel“ verschwenden. Egal, dass in Wien an jeder Ecke gleich 3 Mistkübel hängen, man kann seinen Mist ja auch einfach gleich da fallen lassen wo man ist.

Minenfeld Trottoir

Nach jedem schönen Tag schaut es bei uns in der Gegend aus wie auf einem Schlachtfeld. Minenfeld Trottoir: „Achtung, da liegt ein Kaugummi. Da ein Stück angegessenes Semmerl. Ui, da hat wer hergekotzt!“ Sätze, die wir uns allzu oft zurufen. Aber es gibt noch viel mehr – ein paar Schmankerln möchte ich euch nicht vorenthalten:

Zigaretten

Ein Evergreen sind die typischen Tschickstummeln. Mittlerweile gibt es sogar schon extra Zigaretten Behältnisse an den Mistkübeln. Aber viele RaucherInnen werfen ihre Giftnudeln trotzdem lieber einfach auf die Straße. Oft treten sie sie nicht mal aus – kann ja ruhig weiter brennen, oder?! Besonders gern habe ich die Leute, die ihre Zigarette direkt neben den Mistkübel werfen – als wollten sie uns allen zeigen wie obercool und outlaw sie sind.

Essensreste

Auch ein Dauerbrenner sind Essensresten aller Art, die malerisch am Asphalt verteilt werden. Man glaubt ja gar nicht wie viele Eltern ihre Kinder zu Schweindln erziehen wollen. „Schmeckt dir nicht mehr? Spuck’s einfach auf den Boden oder wirf es schwungvoll auf den Gehweg! Drei Meter weiter drüben ist zwar ein Mistkübel. Aber liebes Kind, den brauchen wir nicht. Wir sind gerne Säue. Wir schmeißen unsere angeknabberten Langos, abgeleckten Eis oder abgenagten Ripperl einfach auf den Gehsteig oder – wenn wir super sauber sein wollen – in den Grünstreifen.“ Ich frage mich dann immer was aus den Kindern werden wird? Wollen wir eine Gesellschaft der Schweindln heranziehen?

Pinkel-Männer

Naja, und da wären dann meine geliebten Pinkel-Männer. Viele finden es nämlich ganz toll wie schnell und unkompliziert sie sich erleichtern können. Deshalb nutzen sie auch jede Gelegenheit, um sich einfach nur hinzustellen und es laufen zu lassen. Wo MANN gerade ist, Hosentürdl öffnen und fröhlich pinkeln – an den Baum direkt neben den Gehsteig, in Ecken eines Lokals oder gleich an meine (!) Hausmauer.

„Festere“ Körperausscheidungen

Aber warum nur pinkeln? Und hier kommt auch das weibliche Geschlecht in Spiel, das auch immer wieder eindrucksvoll beweist, dass Etikette völlig überbewertet wird. Wir beobachten nämlich öfter Menschen, wie sie sich einfach hinhockerln und auf den Bürgersteig oder in meinen (!) Hauseingangsbereich kacken! Die Unterhose wird als Klopapier verwendet und auch gleich dagelassen. Besonders geil wird’s, wenn die Leute Durchfall haben.

Mein Nationaltags-Highlight 2017 ist übrigens eng damit verbunden. Tatort diesmal nicht der Gehsteig, sondern der Grünstreifen neben den Parkplätzen. Und wir haben da schöne Geschenke gefunden, gleich 2 Stück – tüchtige Hosenscheisserchen. Es handelt sich um vollgeschissene Windeln. Yippie – Teile für alle Sinne, nicht nur den Sehsinn, sondern auch den Geruchssinn. Der aufmerksame Beobachter kombiniert und schließt, dass das Kind noch gewickelt wurde und dann neben dem Parkplatz die Windel einfach abgelegt wurde. Aber die lieben Jungeltern sind doch entschuldigt, oder? Sie hätten ganze 15 Meter zum nächsten Mistkübel gehen müssen. „Liebe Stadt Wien diese himmelschreiende Unterversorgung mit Mistkübeln in Wien ist wirklich eine Zumutung!“ #NOT

Körperausscheidungen von vorne

Weil wir gerade bei Körperfunktionen sind. Danke, an all die Liebestollen da draußen, die ihre angespr** – ähm, benutzen – Kondome einfach auf den Gehweg legen. Und damit wir auch eine Markenempfehlung bekommen, legen sie die Plastikverpackung auch gleich dazu. Danke, dass ihr uns alle an die Freuden der „Liebe“ (oder an die Freuden mit einer Prostituierten) erinnert.

Glas

Und damit auch noch ein bissi Nervenkitzel dabei ist, ob man sich beim nächsten rausgehen verletzt oder nicht, gibt es dann auch noch die lieben, netten Menschen, die ihre Flaschen (oft nicht mal leer) lautstark und mit Karacho auf den Asphalt hauen und zerschellen lassen.

An Feiertag gibt’s besonders viel Mist

Sind schon einige Dinge dabei, über die man sich aufregen kann, oder?!

Besonders toll ist natürlich immer der Tag nach einem Feiertag oder einem großen Event. Teilweise sogar an Sonntagen und Montagen nach einem schönen, warmen, sonnigen Wochenendwetter. Dann kommen all diese netten Schweinerein deutlich gehäufter vor.

Für mich beginnt dann immer der Spießrutenlauf Gassi bzw. spazieren gehen. Ich bin ja stolze Hundemama. An diesen Tagen muss ich bei jedem Schritt aufpassen, dass mein kleiner Perry nicht in eine Glasscherbe tritt und sich die Füße aufschneidet. Weniger tragisch aber auch grauslich, wenn er oder ich mal wieder in einen Kaugummi hatschen und alles am Schuh oder in den Zehen kleben haben. Nicht schön, wenn ich mit viel Shampoo seine Füße waschen und ihm das halbe Fell zwischen den Zehen wegschneiden muss, um den Kaugummi zu entfernen. Ich muss aber auch ständig darauf achten, dass er keine achtlos weggeworfenen Essensreste findet und gleich frisst. Abschließend noch ein besonders g’schmackiges Detail. Danke liebe Wild-Speiber und -Kacker. Der Perry frisst auch gerne eure Hinterlassenschaften – ur geil für mich. Mundgeruch und er kriegt auch noch Durchfall, was dann meinen Spaß beim Aufsammeln seines Gackis natürlich auch noch erhöht.

Alles in allem: Ich könnte mich unendlich über diese Drecksschweindln aufregen und möchte ihnen am Liebsten was an den Kopf werfen, wenn ich sie sehe. Weil ich aber keine Zelle von innen sehen will, fange ich halt an zu schreien oder jetzt einen Blogbeitrag zu schreiben.

Aber wo Schatten ist, ist auch Licht. Und so muss ich euch natürlich auch berichten, was es Tolles zu dem Thema zu sagen gibt.

Die MA48 ist ein Hit

Die Stadt Wien lässt sich beim hinterherräumen echt nicht lumpen! Der Mist der noch in der Nacht des Feiertages herumliegt ist spätestens zu Mittag des nächsten Tages weg. Auch nach „starken“ Wochenenden wird am Montag ein Putztrupp entsandt. Und das gilt nicht nur für die Straßen, sondern auch für die nahen Naherholungsgebiete. Die Teams von MA48 (Magistratisches Bezirksamt für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) und Wiener Gärten rücken super schnell aus und sind ziemlich gründlich. Weder die Windeln, noch Flaschen, Essensreste oder sonstiges Zeug sind heute noch zu finden. Gleich in der Nacht bzw. in der Früh gibt es für die hauptberuflichen Saubermänner und -frauen Überstunden und für Wien wieder ein gepflegtes, sauberes Erscheinungsbild.

Also danke liebe Stadt Wien, liebe MA48, liebe Wiener Gärten!

Trotzdem ärgere ich mich maßlos..

Warum können die Leute nicht selber ihren Dreck wegräumen? Warum muss die Stadt so viel Geld ausgeben nur damit man den Mist einsammelt für dessen ordnungsgemäße Entsorgung die Leute zu faul waren?

Die Stadt hat ein super Abfallsystem, jede nötige Infrastruktur (Keyword an jeder Ecke in Wien hängt ein oder oft sogar mehrere Mistkübel) wird bereitgestellt und die Mistkübel so regelmäßig ausgeleert, dass sie nicht überquellen und man wirklich all seinen Dreck dort reinwerfen kann.

Warum muss das sein und wie kann das sein, dass sich einige Menschen hier ausnehmen und es als selbstverständlich ansehen, dass jemand kommt und ihren Dreck wegräumt? Wie kann mit solchen Leuten das Zusammenleben in einer Großstadt gut funktionieren? Wie werden deren Kinder einmal mit ihrem Mist umgehen? Was gedenkt unsere Politik gegen sowas zu tun? (Ich weiß, das sind im Verhältnis zu den großen Themen totale Bagatellen, aber trotzdem.) Wieso kann das sein? Warum nicht eine 0 hinter die jetzigen Strafen hängen? Seit April 2017 gibt es sogar erhöhte Strafen bei Ordnungsmandaten: €50,- statt €36,-. Lieb, aber das deckt die Kosten für die Reinigung auch nicht.

Hm.. es regt mich einfach auf. Alles könnte so einfach sein, wenn wir einfach alle unseren Mist, den wir selber produzieren, in einen Mistkübel werfen würden. Alles wäre gut, wir müssten uns nicht übereinander ärgern, könnten durch die Straßen laufen, ohne permanent auf den Boden zu schauen, dass wir nirgends hineintreten und uns einfach alle lieb haben – zumindest in der Hinsicht ^^

In diesem Sinne: Macht keinen Mist & bleibt sauber!

PS: Ich habe die Hundegackerl-Debatte jetzt bewusst ausgelassen. Aber ja, auch darüber rege ich mich furchtbar auf. Gerade als HundebesitzerIn, die immer jedes Gackerl wegräumt und dann in den Haufen des nächsten Hundes hineinsteigt.

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